Haarausfall Hamster

Wie ich in letzter Zeit feststellen musste, geht es mit folgendem Problem nicht nur mir und meiner Kleinen so. Deshalb möchte ich heute dazu Stellung nehmen.
Problem:

“Mein Hamster hat Haar- bzw. Fellausfall”

Seit geraumer Zeit beobachte ich, wie meiner Kleinen immer besser das Fell ausfällt… Natürlich war ich zu gegebener Zeit auch schon beim TA (Vergleiche hierzu auch Artikel “Unbekannte Hamsterkrankheit“). Was so harmlos anfing, wurde leider immer schlimmer.

Vorgeschichte:
Meine Scrat ist mittlerweile etwas über 1 Jahr alt. Also eigentlich noch ziemlich jung und fit. Habe sie mir damals aus einer Zoohandlung geholt, weil sie mir einfach fürchterlich Leid getan hat wie sie da drin – zwischen geschätzten 20 anderen kleinen Hamstern – rumgesessen ist :( Vor einem Kauf aus dem Zooladen möchte ich Euch für die Zukunft warnen! Die Verkäuferin konnte mir weder sagen

  • wie alt genau der Hamster ist (Geburtsdatum)
  • noch war sie sich nicht mehr ganz sooo sicher wo er denn her käme… (Tja, Massenzucht, Züchtung unter tierwidrigen Verhältnissen – kann ja so ziemlich alles sein)

Eigentlich hätte es da bei mir schon klingeln müssen… Aber schaut mal in diese kleinen Knopfaugen: Wer könnte da schon NEIN sagen?!

Nach dem Transport nach Hause lief alles super gut:

  • die kleine Maus gewöhnte sich ganz schnell an mich
  • flitzte im “extra-für-sie-selbstgebauten-riesen”-Käfig putzmunter umher
  • war immer sofort zur Stelle wenn es Futter oder Leckerlies gab
  • hatte feste Schlafens- bzw. Wach-Zeiten

Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass sie immer länger schläft (normal war sie um ca. 21 Uhr bereits am rumflitzen, verschob sich jedoch auf 0 Uhr oder noch später), trotzdem dass ich sie lockte. Naja, jeder hat mal nen schlechten Tag, aber komisch fand ich es schon. Hab mir darüber aber weiter keine Gedanken gemacht, denn sie war – wenn sie wach war – putzmunter, hat gerne gefressen, ist viel im Laufrad gelaufen. Auch beim täglichen Putzablauf hat sich in dieser Zeit nichts verändert gehabt.

Leider Gottes musste ich dann nach geraumer Zeit feststellen, dass ihr an den Vorderbeinchen und am Unterkiefer das Fell ausfiel:(

Verlauf:
Meine damalige Haustierärztin war leider – nach einer erfolglosen Antibiotika-Behandlung über mehrere Wochen – mit ihrem Latein am Ende und verwies mich direkt an eine Kleintierklink. Dort wurde meiner armen Kleinen – bei der der Fellausfall nun auch am linken Ohr anfing – unter Narkose ein Hautstück der Betroffenen Region herausgenommen und ins Labor zur weiteren Untersuchung geschickt – die Kosten, welche nicht gerade gering waren – waren mir hier egal. Hauptsache Scrat ging es wieder besser, denn in der Zwischenzeit war das Fell schon wieder weiter ausgefallen.

Die Laboruntersuchungen ergaben, dass es sich um eine Fellwurzelentzündung handelt und dies mit einem bestimmten Antibiotika behandelt werden kann. Scrat selbst würden diese kahlen Stellen weder weh tun noch würde sie daran sterben – Puuhh… Gott sei Dank! In der Zwischenzeit habe ich sie mit Cistus Incanus behandelt, einem pflanzlichen Produkt zur Stärkung der Abwehrkräfte und das verordnete Antibiotika holte ich in der darauffolgenden Woche von meiner Haustierärztin ab. Bereits nach kurzer Zeit konnte man feststellen, dass das Fell bereits wieder ganz leicht nachwächst! Mensch, war ich froh! Das Antibiotika habe ich Ihr dann noch einige Wochen weiter verabreichen müssen.

Nach meinem Umzug mit einer gesunden Scrat konnte ich es erst gar nicht glauben, als ich nach einiger Zeit bereits wieder kahle Stellen rund um ihr linkes Ohr feststellen musste. Und nach und nach sogar am ganzen Bauch! Gut, dass es nur 10 Minuten Autofahrt entfernt eine angesehene Kleintier-Ärztin gab. Nach kurzer Untersuchung der betroffenen Stellen – ich muss dazu sagen, dass Scrat ein Vorbild von einer Hamsterdame ist: Sie war bei der ganzen Behandlung ganz still und hat sich alles einfach anschauen lassen – wurden wieder Tupferproben von der Haut und dem Ohr genommen.

Ergebnis:
Wieder kam vom Labor die Antwort, diesmal jedoch etwas anders: Aggressive und hartnäckige Hauterkrankung durch sehr resistente Bakterien. Name: Pasteurella Pneumotropica.
Was genau der Auslöser für diese Krankheit ist, ist leider noch nicht 100%ig belegt. Bei Versuchen mit Ratten – ich finde Tierversuche grässlich – hatte man jedoch festgestellt, dass es wahrscheinlich auf Stress zurückzuführen sei. Ob dies jedoch auch auf Hamster genauso zutrifft und ob es wirklich der Auslöser Stress sei, sei hier einmal dahin gestellt.

Hier klebt ein wenig Sand an Scrat’s Ohr, da sie die Flüssigkeit, die ich ihr ins Ohr träufeln muss, überhaupt nicht ausstehen kann. Sie versucht diese durch ihr Sandbad zu entfernen. Ich empfehle, das Sandbad nach der Behandlung für 5 bis 10 Min. aus dem Gehege zu entfernen, damit das Mittel einwirken kann.

Behandlung:
Langzeitbehandlung mit Antibiotika – ich war am Boden zerstört! Was hat meine Kleine nur getan, dass sie im fast ganzen letzten Jahr und damit fast ihrem ganzen bisherigen Hamsterleben – mit mehr oder minderem Erfolg – diese Erkrankung haben muss?? Nun bekommt sie seit geraumer Zeit wieder Antibiotika, ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Auch wenn die Tierärztin sagt, es tut ihr nicht weh bricht es mir trotzdem das Herz sie Tag täglich mit ihrem kahlen Ohr und dem fast kahlen Bauch ansehen zu müssen… Sie bekommt im Moment auch noch Tropfen zur Stärkung ihrer Immunabwehr, die sie sich brav geben lässt, mein kleiner Engel. Trotzdem fallen ihr kaum merkbar immer mehr Haare aus.

Ich weiß nicht was ich noch tun soll, da ich sie wirklich nur sehr ungern mit Antibiotika “vollpumpe”, aber wenn das das Einzige ist, was ihr helfen soll, muss ich da wohl dabei bleiben.

Weitere Vorgehensweise:
Meine jetzige Haus-Tierärztin hat beim letzten Termin gesagt (4. Oktober), dass es schon erheblich besser aussehe. Das Ohr ist fast frei von der Entzündung und somit der Gehörgang wieder “sauber”. Was den Fellverlust betrifft hat sie gesagt, dass das den Hamster nicht stört, schließlich muss er ja nicht draußen überwintern, sondern hat es in seinem Gehege schön warm. Die Behandlung mit Antibiotika sollte ich unbedingt fortsetzen, da diese Bakterien noch lange Zeit danach im Körper sein können. Außerdem ist die Ohrentzündung ja auch noch nicht ganz weg.

Da Scrat wie immer frisst, tobt, ihr Laufrad benutzt, sie keine Schmerzen leiden muss und somit nicht erheblich abmagert und/oder apathisch ist, ist es auch nicht nötig sie vorzeitig aus diesen Umständen zu erlösen – von ihrem Alter einmal ganz abgesehen (1 Jahr). Das Fell würde mit der Zeit von selbst wieder nachwachsen, spät. jedoch nach dem Ende der Antibiotika-Gabe.

Ich wünsche meiner Kleinen, dass sie die ganze Sache hoffentlich bald hinter sich gebracht hat und ihr restliches, eh schon kurzes Hamsterleben noch gesund und munter bei mir verbringen darf! In dieser Zeit wird sie natürlich noch viel mehr von mir verwöhnt als normal.

Falls es jemandem von Euch genau so geht, ihr Tipps habt, wie man vielleicht noch helfen könnte oder ähnliches, dann fühlt Euch frei hier einen Kommentar zu hinterlassen. Ich freue mich über jedes bisschen Unterstützung und/oder Erfahrungsberichte! Vielleicht können wir so gemeinsam auch anderen Hamsterhaltern helfen, denen es mit ihrem Liebling genauso geht und eine kleine “Wissenssammlung” zusammentragen.

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1 Kommentar

  1. Hamsterhaus

    Hi Meli,

    Toller Blog, gut gestaltet!

    Ich bin immer wieder enttäuscht, dass in der Fachliteratur und auch auf den meisten Webseiten immer noch ein Mindestmass von 100 x 50 gegeben wird. Auf 0.5 qm kann kein Tier vernünftig leben. Ich habe meine Zwerghamster (Dsungi und Robo) früher immer auf 120 x 50 x 50 gehalten und die Tiere haben trotz hoher Einstreu und abwechslungsreicher “Innenausstattung” Stereotypen entwickelt. Habe mir dann ein Nagerterrarium mit den Massen 200 x 70 x 70 (Einstreuhöhe bis 40 cm möglich) bauen lassen und seitdem erkenne ich das Verhalten der Tiere kaum wieder. Denn das Motto eines jeden Hamsters ist: “Laufen und graben, das muss ich haben!” :)

    Schöne Grüsse
    Hamsterhaus

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