Erfahrungsbericht Zwerghamster Gruppenhaltung
Gepostet in Allgemein, Gruppenhaltung | 2 Kommentare
Die erste Geschichte über Gruppenhaltung bei Zwerghamstern gab es hier.
Heute die zweite Geschichte zur Gruppen- bzw. Pärchenhaltung bei Zwerghamstern. Ganz interessant: Campbell und Roborowski Zwerghamster Gruppenhaltung
Hallo,
wir haben langjährige Erfahrung in der Haltung von Campbell- und Roborowski-Zwergen.
Robos sind zwar soziale Tiere, aber doch nicht unproblematisch. Lange Zeit geht es mit der Gruppenhaltung bei Robos (gleichgeschlechlich, Pärchen) gut und dann kann es aus dem Nichts heftigsten Streit bis zur übelsten Beißerei mit tödlichem Ausgang geben. Das ganze passiert ohne Ereignisse im Vorfeld. Abends schlafen die Kleinen noch süß beisammen, am nächsten Morgen oder am Abend nach der Arbeit haben die sich gefetzt. Erkennbare Gründe gibt es da nicht. Da hilft es auch nicht, ein Notfallbecken bereitzuhalten. Wenn es zum Einsatz kommen könnte, ist es oftmals schon zu spät. Gut klappt es z.B. mit Mutter und Töchtern, das haben wir mehrfach ausprobiert.
Wir haben deshalb die Konsequenzen gezogen und halten keine Robos mehr in der Gruppe. Wenn Notfellchen anklopfen, nehmen wir diese natürlich auf und versuchen sie zu vermitteln, in der Gruppe allerdings nur, wenn es sich um erfahrene Hamsterhalter handelt.
Campbell-Zwerghamster sind in Sachen Vergesellschaftung am genügsamsten. Am unproblematischtsten sind Wurfgeschwister (gleichgeschlechtlich), Mütter mit Töchtern, Väter mit Söhnen, wenn die VG in einem Alter der Söhne stattfindet, in dem die Kleinen noch nicht geschlechtsreif sind. Gleichgeschlechtliche Babies aus verschiedenen Würfen zusammenzusetzen funktioniert, es kann aber zu Problemen kommen, wenn die Kleinen geschlechtsreif werden.
Die VG von Pärchen macht meistens auch keine Probleme, auch wenn es da zu heftigem Gezeter kommen kann. Das Weibchen wird hierbei zum Männchen gesetzt, ansonsten verteidigt sie ihr Revier und verkloppt den Kerl. Wenn sie sich im Revier des Männchen befindet, läuft er ihr hinterher. Irgendwann verschwindet sie in seinem Häuschen und schmeißt ihn für längere Zeit raus. Er versucht ständig hineinzukommen, was irgendwann dann auch gelingt. Dann ist die Sache gelaufen.
Erwachsene Tiere zu vergesellschaften ist deutlich problematischer. Bei Männchen kann das funktionieren, wenn beide noch kein Weibchen beglückt haben. Erwachsene Weibchen passen fast nie zusammen bzw. lassen auch keine Jungtiere anderer Mütter zu.
Ansonsten streben wir grundsätzlich an, dass kein Hamster alleine wohnt. Das gelingt nicht immer, umso mehr Liebe und Zuneigung brauchen diese dann durch den Menschen. Da ergeben sich erstaunliche Anhänglichkeiten durch die Kleinen. Grundsätzlich gilt bei jeder Vergesellschaftung: Wenn sich Tiere wirklich nicht mögen, haben die sich binnen 15 Sekunden in der Wolle.
Dennoch werden wir bei Clamazis Campbellwelt nicht von unserer Maxime abgehen, nach Möglichkeit die Gruppenhaltung anzustreben.
LG
Claudia & Mark
(Züchter) www.clamazi.de
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Leider musste ich mit meinen zwei kleinen Campbell-Hamstern andere Erfahrungen machen.
Ich bekam Wurfgeschwister – zwei Jungs – vom Züchter. Der sie auch nur paarweise abgab, weil er die Erfahrung gemacht hatte, dass die Campbells sich in der Gruppe recht gut verstehen.
Leider ging das bei meinen Zwei nicht gut. Als sie ca 4 Monate alt waren begann der eine den anderen zu zwicken und es wurde immer schlimmer. Habe es zunächst noch beobachtet und habe gehofft, dass es nur jugendliche Machtkämpfe sind und das wieder aufhört. Leider hat es das nicht.
Also habe ich sie, dem Kleineren zuliebe, getrennt. Wollte ja nicht irgendwann einen totgebissenen Hamster im Käfig finden.
Allerdings würde ich nicht ausschließen, dass es nicht funktionieren könnte. Der kleinere der Beiden hat, trotz der Zwickerei, immer die Nähe des anderen gesucht. Er sucht auch mehr meine Aufmerksamkeit als der Andere und braucht mehr Zusprache. Der andere hingegen ist auch mir gegenüber aggressiver als der andere und zwickt mich auch gern mal, wenn ihm etwas nicht passt.
Hallo Daniela! Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrung hier geteilt hast. Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie unterschiedlich die Kleinen doch sind. Klar, dass es nicht immer gut gehen kann, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall Wert. Natürlich immer nur dann, wenn man ausreichend Ausweich-Gehege zur Verfügung hat und den zweiten dann nicht komplett abgeben muss… Ich merke es auch bei meiner Scrat, dass sie täglich meine Nähe sucht, obwohl ich ihr momentan wieder 2x täglich Medikamente geben muss…
Aber es ist schon zu sehen, dass sie mir trotzdem vertraut 