Tipps: Hamsterhaltung, Käfigzubehör uvm.
18.05.10
Bevor man sich für einen Hamster entscheidet, muss man sich zuerst darüber informieren, was bei seiner Haltung alles wichtig ist.
Generell gilt für alle Hamsterarten:
- Artgerechtes, gesundes Futter:
Die meisten Futtermittel für Hamster enthalten zu viele Nüsse, Honig, Zusatzstoffe oder gar Zucker. Zu viele Nüsse machen Dick, Honig kann zur Verklebung der Backentaschen führen, wenn sie es dort aufbewahren, Zusatzstoffe sind generell ungesund und Zucker kann bei Hamstern, die generell anfällig für Diabetes sind, zur Zuckerkrankheit führen. Kauft also bitte nur Futtermittel von denen ihr wisst, dass es artgerechte und gesunde Inhaltsstoffe enthält! (vgl. Rodipet-Shop)
- Käfig an einem windstillen Ort aufstellen:
Zugluft vermeiden!!! Hamster erkranken sehr schnell daran und können Erkältungen oder Lungenentzündungen davon tragen, was wiederum zum Tode führen kann!
- Käfig an einem kühlen Ort aufstellen:
Hamster erleiden bei direkter Sonneneinstrahlung oder an einem heißen Plätzchen wo sich vielleicht auch noch Luft und Hitze stauen können, sehr schnell einen Hitzeschock. Um dem jedoch vorzubeugen kann ein kühles, feuchtes Geschirrtuch über den Käfig gelegt werden oder man stellt den Käfig tagsüber in einen kühlen Kellerraum. Falls dies doch einmal passiert unbedingt SOFORT zum Tierarzt!
- Käfig an einem dunklen, ruhigen Ort aufstellen:
Zum einen, weil Hamster ja nachtaktiv sind und deshalb auch kaum Licht brauchen und zweitens, weil sie tagsüber ihre Ruhe zum schlafen haben sollten wo nicht alle zehn Minuten jemand vorbeitrampelt oder gar Kinder dort spielen; Bitte stellt den Hamster nicht an einen hellen Ort wo ihr ihn gut anschauen könnt, ihr habt den Hamster schließlich um euch richtig um ihn zu kümmern und nicht zu eurer Belustigung…
- Hamster tagsüber nicht aufwecken:
Durch diesen unnötigen Stress vermindert man seine ohnehin schon kurze Lebensdauer nochmals (muss nicht sein, kann aber) und da Hamster nachtaktiv sind, sollt man dies auch berücksichtigen!
- Hamster muss Auslauf haben:
Da sich Hamster auf ihren nächtlichen Streifzügen nach Futter viele Kilometer von ihrem Bau wegbewegen, muss man ihnen in Gefangenschaft täglich Auslauf bieten. Und das nicht nur für 10 Minuten. Am Besten wäre ca. eine volle Stunde (oder mehr) – unter Aufsicht! Den Hamster nicht einfach in der Wohnung rumlaufen lassen, da er viel gefährliches anknabbern oder sich hinter einem Möbelstück verstecken oder gar einklemmen kann. Ein eingezäunter Hamsterfreilauf mit Spiel- und Versteckmöglichkeiten wäre ideal – natürlich gilt auch hier: nur unter Aufsicht! Einen Hamster nur im Käfig zu halten ist nicht artgerecht!!!
- Käfiggröße für Hamster:
Ich gehe hier von keinen vorgegebenen Richtwerten aus. Ich persönlich finde, dass ein Käfig für Zwerghamster die MINDESTMAßE von 80x50x50 cm haben sollte, natürlich mit hamsterfreundlichen Einrichtungsgegenständen. Mein Scrat wohnt in einer Käfiggröße von 100x50x60 cm.

Bei allen größeren Hamsterarten (Goldhamster, Satinhamster, Teddyhamster, usw.) würde ich als Mindestmaß schon 100x50x50 cm empfehlen.
Dieser Käfig hier geht gar nicht: viel zu klein, Plastiksachen, gefährliches Laufrad (siehe auch Punkt “Einrichtung für Käfige”)
- Hamster sind Einzelgänger:
ALLE Hamsterarten sind Einzelgänger. Sie kommen nur zur Paarung zusammen, trennen sich aber kurz darauf bereits wieder. Es verstehen sich auch nicht Männchen und Männchen oder Weibchen und Weibchen. Einzig und allein Jungtiere können für kurze Zeit zusammen gehalten werden. Sind diese jedoch geschlechtsreif treten Revierkämpfe auf und man muss sie trennen. Erspart also eurem Hamster diesen Stress in Paar- oder Gruppenhaltung. Auch wenn ihr euch denkt, dass sie ja so süß zusammen sind. Hamster sind Einzelgänger!
Nachtrag: Bin soeben über den Blogbeitrag von Fabian und Katrin gestolpert, die auch züchten. Wenn man Glück hat, kann man Campbell-Weibchen als Pärchen oder sogar in einer Gruppe halten! In diesem Fall Sorry für meine Unwissenheit und hier der Link zum Blogeintrag: Halbwahrheiten – Campbell-Zwerghamster und Einzelhaltung.
- Einrichtung für Käfige:
Egal was in den Zoogeschäften oder Tierhandlungen angeboten wird: Das Meiste davon ist Mist und obendrein noch Tierquälerei! Plastikröhren oder -häuschen oder sonstige Plastikteile sind tabu! Da Hamster Nagetiere sind, nagen sie an allem was sie finden – auch an Plastik. Wenn Plastik bricht und der Hamster die Splitter frisst, kann er daran sterben oder sich z.B. am Pfötchen gefährlich verletzen! Die Einrichtung sollte also ausschließlich aus unbehandelten Holzgegenständen bestehen! Holz kann angenagt werden und schadet dem Hamster nicht.
Das Laufrad sollte eine geschlossene Fläche haben (vgl. Wodent Wheel oder Holzlaufrad). Auf dem Bild findet ihr das Wodent Wheel. Es besteht zwar auch aus Plastik, wurde aber speziell für die tiergerechte Haltung entwickelt. D.h. es ist ungiftig und erzeugt auch keine scharfen Splitter! Bei Laufrädern die nur aus Gitterstäben bestehen können die Tiere zum einen nicht richtig darin laufen und zum anderen besteht die Gefahr, dass sie sich zwischen den Gitterstäben des Laufrads einzwicken! In so einem Laufrad kann sich ein Hamster durch den sog. Schereneffekt verletzen. Also Hände weg von Laufrädern die nicht zwei geschlossene Flächen haben!!! Tut es eurem Hamster zuliebe!
Die Schlafhäuschen sollten ebenfalls nicht aus Plastik bestehen und schon gar keinen Plastikboden haben! Darin staut sich nur die Luft und es kann sich Kondenswasser sammeln, was wiederum den Hamster krank machen kann! Am Besten ein Holzhäuschen ohne Boden einfach in die Einstreu stellen
- Einstreu:
Normalerweise wird das handelsübliche Kleintierstreu in den Käfig gegeben, was auch völlig in Ordnung ist. Jedoch kann es bei einigen Hamster vorkommen, dass sie den geringen Staubanteil in diesem Streu nicht vertragen. Dabei kann es zur Reizung der Augen kommen. Alternativ bietet sich dazu das Hanfstreu an. Dies ist vollkommen staubfrei und ebenso geruchsbindend. Man erhält es ebenfalls im Zoohandel.
- Käfig nicht auf den Boden stellen:
Vibrationen können ihn beim Schlafen stören oder er erschreckt sich, weil sich ein riesiger Mensch über ihn beugt. Ideal wäre es ihn auf ein kleines Tischchen zu stellen, wo man sich ihm problemlos von vorne nähern kann. Dadurch werden auch Bodenvibrationen abgedämpft.
- Käfig sollte nicht in TV-Nähe stehen:
Hamster hören hohe Frequenzen sehr gut. Diese können ihm beim schlafen stören und ihm auf Dauer unangenehm sind (oder wie wäre es für euch, den ganzen Tag einen hohen Pfeiffton im Ohr zu haben?)
Meli
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Tags: Einrichtung, Einstreu, Einzelgänger, Goldhamster, Haltung, Hamster, Hamsterhaltung, Hamsterkäfig, Hamsterkauf, Käfig, Käfiggröße, Käfigzubehör, Laufrad, Nagerkäfig, Standort, Tipps, Wodent Wheel, Zwerghamster

Sehr informationsreich! Ich wäre gern dazu bereit mich verlinken zu lassen, was ich natürlich auch machen würde. Super Design, weitermachen so!
Ein Internetkollege im Bereich Hamster von spikeside.de : )
Vielen Dank für die Erwähnung und Verlinkung!
Allerdings züchten wir nicht selbst. Wir stehen nur glücklicherweise in engem Kontakt zu unseren Züchtern. Frieda, Maja und Hugo sind bei uns die dritte Generation Campbell-Zwerghamster. Generation 1 bestand nur aus Gisi. In Generation 2 haben Emma und Heidi fast bis zum Schluss zusammengewohnt und sich super vertragen. In der jetzigen Generation haben Frieda und Maja anfangs zusammengelebt; wir mussten sie dann aber leider trennen, da Frieda Maja zu sehr unterjocht hat.
Generell sind Campbells die Ausnahme. Hamster sind zwar fast alle Einzelgänger, Campbells sind aber sehr soziale Tiere und ein Zusammenleben in der Gruppe gewöhnt und vertragen sich daher oft. Am besten klappt das bei Weibchen aus einem Wurf. Unter Männchen kann es doch ziemlich schnell zu Revierkämpfen kommen.
Auch, wenn es bei unseren Hamstern nicht immer funktioniert hat, würden wir es doch immer wieder mit Gruppenhaltung versuchen. Es sieht einfach niedlich aus, wenn sich die Mädels gegenseitig das Futter bringen, zusammen im Laufrad laufen und es ist auch viel schöner, wenn man sie gemeinsam aus dem Käfig nehmen kann, ohne dass sie sich angiften.
Hey Fabian, vielen Dank für dein Feedback.
Ich sitze im Moment über einem Artikel wo ich eben dies erwähnen will, da es ja wirklich eine weit verbreitete Meinung ist, dass man keinen Hamster in Paar- oder Gruppenhaltung halten kann.
Ich werde dort dann auch nochmal deinen Kommentar einbauen, da du dich ja als Campbell-Spezialist da am Besten auskennst!
Danke nochmal!
[...] Zwerghamster und Einzelhaltung” sowie Fabian’s Kommentar auf meinem Blog zum Thema “Tipps: Hamsterhaltung, Käfigzubehör uvm.” natürlich nicht länger [...]
Gerne!